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10.12.2016

Aktivitäten

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Canto-Gruppen Deutschlandkarte Stand 2009-06-18

Für Singfreunde, die nur aus Spaß an der Freude gemeinsam mit anderen singen möchten, gibt es immer mehr  Canto-Gruppen.

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Canto-News

12.02.16 10:42

Video Waka waka - komm mit nach Afrika!

Freunde von uns haben einen neuen, schönen, tollen Video Clip mit dem Lied: "Waka...

12.01.16 11:09

Singen ist die beste Medizin

Beitrag im Deutschlandfunk: Singen - Die universelle Sprache der Menschheit

20.08.15 12:40

Offener Brief bzgl. Absage !SING DAY OF SONG

Offener Brief zur Weiterführung nach Absage !SING DAY OF SONG vom Juni 2015 durch die Ruhr...

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Zuletzt im Gästebuch

Mittwoch, 15-01-14 10:56

Sarah F.:

Meiner Vorschreiberin Susanne Kronstein möchte ich [...]

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Canto primar

Die singende Grundschule

KGS Andreasschule - Canto primar
© KGS Andreasschule in Wüllen, 2008

Das Projekt "Singende Grundschule" wurde 2004 ins Leben gerufen und befindet sich in der Pilotphase. Das Projekt wird verantwortlich von dem Grundschullehrer Hartmut Köster geleitet. Die Entwicklung zur offenen Ganztagsschule macht Projekte dieser Art zukunftsträchtig. Angesichts des Wissens über die Bedeutung von Singen und Musik für die gesunde Entwicklung von Kindern ist die Tatsache unhaltbar, dass in Nordrhein-Westfalen ca. 80% des Musikunterrichts an allgemeinbildenden Schulen ausfällt und der Musikunterricht, der stattfindet, oft noch fachfremd gegeben wird. Die Grundidee des erfolgreich erprobten Canto-Kindergartenprojektes, nämlich ehrenamtliche Singpatinnen und Singpaten einzubeziehen, wird im Pilotprojekt "Singende Grundschule" auf ihre praktische Übertragbarkeit überprüft und in nächster Zeit für die besonderen Bedingungen von Schule modifiziert. Ausgangspunkt ist die Katholische Grundschule Jägerstrasse in Duisburg Hamborn, an der der Projektleiter Hartmut Köster die besonderen Umsetzungsmöglichkeiten der Idee in die Praxis testet. Es gibt darüber hinaus Kontakte zu drei Grundschulen in Iserlohn, die die Möglichkeit der Beteiligung an der Pilotphase testen. Wenn Sie zum Projekt in Kontakt kommen möchten, füllen Sie bitte unser  Kontaktformular aus.

In folgenden Städten werden Grundschulen mit Canto primar Modellcharakter erprobt:

  • 3 x Iserlohn
  • 1 x Duisburg
  • 1 x Aahaus-Wüllen

Singpaten gesucht:

Falls Sie gerne singen und gemeinsam mit anderen Singpaten im Kindergarten oder in der Grundschule ehrenamtlich mitwirken möchten, dann melden sie sich auf dem unten anzuklickenden Formular bei uns und lassen Sie sich in unsere Datei aufnehmen. So wissen wir, in welcher Region wie viele zukünftige Singpaten wie Sie darauf warten, dass auch dort die Arbeit beginnt. Dort, wo es viele Anwärter für Singpaten gibt, werden wir versuchen, das Projekt ins Leben zu bringen. Wir werden Sie dann schnellsten informieren. Singpaten brauchen vor allem die Voraussetzung, dass sie von Herzen gerne singen. Singpaten sollten ein Lied sauber und sicher intonieren können. Ob Ihre Stimme von anderen als „schön“ beurteilt wird, ist in unserem Zusammenhang nicht wichtig. Für Singpaten ist das natürliche Singen, so wie früher noch in Familien üblich war, entscheidend. Die Singpaten sollen mit den ihnen anvertrauten Kindern eine familiäre Atmosphäre schaffen, in denen zumindest im Kindergarten ohne Leistungsziele aus „Spaß an der Freude“ gesungen wird. Dabei ist es natürlich wunderbar, wenn Singpaten Erfahrung mit dem Singen in einem Chor gemacht haben.

 zum Kontaktformular

Informationswünsche & Fragen bitte an:

Erfahrungen mit unserem Pilotprogramm für die Grundschule

KGS Andreasschule 2 - Canto primar
© KGS Andreasschule in Wüllen, 2008

Canto primar

von Hartmut Köster

Natürlich ist nach der Kindergartenphase auch die Grundschulphase noch eine äußerst wichtige Zeit, in der die Kinder die Sprache des Singens grundlegend lernen und vertiefen können. Bis zum Ende der Grundschulzeit werden bezüglich der Entfaltung der Singfähigkeit der Kinder die entscheidenden Fundamente für ihr weiteres Leben gelegt. Wir wissen, dass es in den letzten Jahren langsam aber stetig wachsender Aufmerksamkeit auf das Thema Singen in der Kindheit bundesweit schon einige basisnahe Projekte gibt, die sich dem Ziel der Förderung des Singens in der Grundschule widmen. Auch wenn das alles bisher noch der berühmte Tropfen auf den heißen Stein ist, wenn man die Gesamtsituation betrachtet. Aber es ist ein guter Anfang, der hoffentlich zu einer Bewegung führt, an deren Ende das Singen in der Grundschule selbstverständlicher Alltag ist. Es wäre wünschenswert, alle heutigen Projekte und hier gemachten Erfahrungen zusammenzutragen und auszuwerten. Das übersteigt natürlich den Rahmen dieser Arbeit.

Das neue Singen in der Grundschule kann nicht einfach das Wiederaufgreifen der üblichen Praxis von vor ungefähr 40 Jahren bedeuten, als das Singen noch selbstverständlicher Bestandteil in den meisten pädagogischen Prozessen war. Dass hier auch völlig neue Formen des Singens in der Schule erfunden werden müssen, die es auch früher noch nicht gegeben hat, als das Singen noch selbstverständlich war, ist naheliegend. Denn Singen in der Schule war früher großenteils verordnet, wurde bewertet und trug oft gerade dazu bei, den Kindern die Freude am Singen zu vergällen, wie dies aus den empirischen Befunden eindeutig hervorgeht. (Vgl. Adamek 1996) Wir wissen jedoch heute, dass das Prinzip der Freiwilligkeit und die Schaffung von Begeisterungsstrukturen und Freiräumen zum spielerischen Erkunden der eigenen Stimme und des Singens für das erfolgreiche Erlernen des Singens als direkter Ausdruck der eigenen Gefühle, so wie wir es an anderen Stellen in diesem Buch ausführlich beschieben haben, entscheidend sind. Hier ist Schule gefordert, neue Möglichkeiten zu erkunden. Denn das Singen ist in dieser Altersgruppe, da wo es noch um Grundlegung geht, nicht als Leistungsfach zu vermitteln. Natürlich wollen Kinder auch leisten, das liegt in ihrer Natur. Aber bei der Vermittlung des Singens haben wir, wie an vielen Stellen in diesem Buch ausgeführt, ein äußerst sensibles Feld, in dem die Pädagogen deshalb wie die Kinder Spielraum brauchen. Auf keinen Fall darf das Singen bewertet werden, ob mit Noten oder mit Worten. Und doch ist in der Grundschule anders als im Kindergarten ein systematisches Hinführen zum "richtigen Singen" gefordert. Das Singen eines Kindes darf aber nie abschätzig bewertet werden, weil das Kind sich dann in der Regel als gesamte Person abgewertet fühlt und schweren Schaden nehmen kann, anders als bei anderen Lernbereichen. Singen ist immer der Ausdruck der gesamten Person und wird schon sehr früh als solches erlebt. (Vgl. Adamek 1996) Die Hinführung zum "richtigen Singen" kann man unter anderem durch Vormachen und Nachmachen und Belobigung des Gelingens erreichen. Ferner ist das singende Spiel mit bestimmten Modi, zum Beispiel Tetrachorden, so wie Winfried Kocéa das in unser Programm eingebracht hat, ein über Jahrzehnte bewährter Weg, auf leichte, freudvolle Weise Kindern die Erfahrung richtiger Intonation und Stimmgebung nahe zu bringen, was eine weitere Beurteilungsaspekt für "richtiges Singen" ist. Wir sagten an anderer Stelle, dass das "richtige Singen" vor allem auch dadurch gekennzeichnet ist, dass das jeweilige Singen ein direkter Ausdruck der eigenen Gefühle sein darf. Singen als Ausdruck der eigenen Gefühle ist unseres Erachtens für alles "richtige Singen" die Grundlage. Das gilt immer, vom Kindergartensingen bis zum Kunstgesang. In der Kindergartenphase geht es fast ausschließlich um den Aufbau dieser Grundlage. Dies findet Berücksichtigung im Programm Canto elementar. Im Programm Canto primar für die Grundschule kommt vor allem noch dazu, dass ab jetzt die Kinder spielerisch auch mit stimmbildnerischen Erfahrungen in Berührung kommen, also mit "richtig" und "falsch". Hier soll so, wie dies beim Programm  Canto elementar für die Erzieherinnen und Singpaten geschieht, darüber hinaus die Basis-Stimmbildung nach Winfried Kocéa in Elementen auch schon zunehmend den Kindern vermittelt werden. In diesem Stimmbildungsprogramm finden sich viele kindorientierte Hilfestellungen, die im Grundschulalter schon systematisch einfließen können. Im Mittelpunkt sollte bei allem stehen, dass die Kinder einen grundlegenden, freien, "unverschämten" Zugang zum Singen finden. Auch in diesem Alter ist das Singen als Selbstzweck grundlegend. Wenn auf dieser Basis die Kinder jedoch als Ausnahme auch mal Lust haben und zu begeistern sind, für diese oder jene Veranstaltung etwas singend vorzubereiten, also die Erfahrung des Singens als Darbietung machen möchten, kann das durchaus förderlich sein. Wichtig ist dabei, dass die mit der Darbietung erhoffte Anerkennung nicht zu früh der entscheidende Motor zum Singen wird, die Kinder von der Entwicklung eines stabilen Selbstgefühls beim Singen ablenkt und sie möglicherweise verleitet, erfolgversprechende Sounds von Singidolen zu produzieren, also in einem Beurteilungsaspekt "falsch" zu singen, weil das produzieren von Sounds von den eigenen Gefühlen ablenkt, dadurch das Zwerchfell nicht voll in Funktion ist und dadurch die Stimme falsch "sitzt" und Schaden nehmen kann. Auch wenn die Kinder vielleicht von der Intonation tatsächlich alle Töne "richtig" treffen. Aber es entfremdet sie von sich selbst. Und das ist für den, der Ohren hat zu hören, auch musikalisch nie wirklich schön. Schönheit entwickelt sich dann, wenn auf der Basis der eigenen Gefühle beim Singen auch noch richtig intoniert werden kann. Darum geht es bei Canto primar.  Begriffe wie Lehrer, Singpaten ... werden geschlechtsneutral verwendet.

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KGS Andreasschule 3 - Canto primar
© KGS Andreasschule in Wüllen, 2008

Als praktischer Projektleiter konnte ich das Wachsen und Werden des Projektes Canto primar aus der Nähe und der Ferne verfolgen. Das Projekt ist noch in der Pilotphase. Wir erkunden, auf welche Weise wir ehrenamtliche Singpaten in die Schule einbeziehen können. Hier können wir nicht alle Erfahrungen des schon 4 Jahre laufenden Projektes Canto elementar für Kindergärten unverändert übernehmen. Denn das System Schule hat andere Regeln. Das wichtige Prinzip des Canto-Singens, nämlich die Kinder zum Singen zu begeistern und freiwillig dafür zu gewinnen, ist nicht immer so einfach zu verwirklichen. Im Folgenden stelle ich erste Erfahrungen und beispielhafte des die Generationen verbindenden Singpatenprogramms Canto primar dar. Wir sind in der Erkundung der Möglichkeiten aber noch ganz am Anfang. Jetzt lässt sich aber schon sagen: Nach den bisherigen Erfahrungen ist Canto elementar für alle Beteiligten fruchtbar. Es lohnt sich, hier weiter mit Formen zu experimentieren und die Idee in der Praxis so weiter auszufeilen und in Arbeitshilfen zu dokumentieren, dass es schließlich für jeden Schulleiter mit wenig Aufwand einzuführen ist, so dass es bald schon selbstverständlich in allen deutschen Grundschulen Einzug hält. So weit die Vision. Nun zu meinen Erfahrungen:

Unmittelbar sammelte ich als Canto-Lehrer in Duisburg Erfahrungen vor Ort und erlebte anschaulich die einzelnen Etappen und Herausforderungen. Weitere Erfahrungen sammelte ich im direkten Austausch mit den Projektbeteiligten der drei Pilotschulen der Stadt Iserlohn.

Gemeinsam mit den Iserlohner Canto-Lehrern und dem Singpatenteam entwickelten wir Möglichkeiten, modellhafte Ideen, wie sich eine solche Musikalisierung praktisch und mit einfachen Mitteln in den Grundschulalltag umsetzen lässt. Diese Modelle in das „engmaschige“ System Schule zu integrieren, stellte eine Herausforderung dar.

Die „Überzeugungsarbeit“ mit Hilfe theoretischer Argumentation (Wirkungsforschung) ist ein Weg, die zum Teil kritischen Kollegen für dieses Projekt zu gewinnen. Erleben diese Kollegen das musikantische Singen und die Wirkung dieser Art von Singen bei sich selbst und bei den Kindern, braucht kaum noch Überzeugungsarbeit geleistet zu werden.

Das Singen spricht für sich! Es gilt jetzt, die Kinder schnell in den Genuss des musikantischen Singens zu bringen. Die Kinder brauchen Erwachsene, die mit dieser Form des Singens groß geworden sind, die mit Leib und Seele singen. Diese Form des Singens können nur wenige Lehrer an die Kinder vermitteln. Die Schule braucht also Unterstützung von Außen, von sangesfreudigen Senioren...

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 weiterführende Informationen zum Projekt Canto primar 

 Presse und Medien zu Canto primar